Ruhe im OP!


Weniger Lärm senkt Komplikationsrate
Ruhe im OP!

In Operationssälen geht es oft laut zu. Eine Studie an der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ergab, dass die Komplikationsrate in einem ruhigeren OP-Raum sinkt. Mithilfe von technischen Maßnahmen und verbindlichen Verhaltensregeln ließe sich die Lautstärke senken.

Mit dem Lärmpegel steigt der Stress

Es gibt zahlreiche Lärmquellen in einem Operationssaal: Chirurgen, Anästhesisten, OP-Schwestern, Gastärzte und Medizinstudenten unterhalten sich, medizinische Geräte produzieren Geräusche, aus dem Radio kommt Musik, Pieper und Handys klingeln. „Der durchschnittliche Lärmpegel im OP liegt bei 63 Dezibel“, erklärt Dr. Carsten Engelmann, Oberarzt in der MHH-Klinik für Kinderchirurgie und Leiter der Studie. Das ist etwa so laut wie ein Motor-Rasenmäher in zehn Metern Entfernung. „Die Geräuschempfindlichkeit ist bei jedem Menschen anders. Aber grundsätzlich steigt mit dem Lärmpegel auch die Stressanfälligkeit“, ergänzt Doktorand Jan Philipp Neis, der an der Erstellung der Studie beteiligt war.

Weniger auf den Ohren

Ein halbes Jahr lang beschäftigten sich Dr. Engelmann und seine Kollegen intensiv mit dem Thema „Lärm im OP“. Grundlage der Studie waren mehr als 150 operative Eingriffe bei Kindern und Jugendlichen, die länger als 20 Minuten dauerten. Die Forscher entwickelten ein systematisches Geräuschsenkungsprogramm. Große optische Geräusch-Warner wurden in den Blickachsen des Operationssaales aufgehängt, das OP-Telefon auf das optische Signal umgestellt und die Lautstärke medizinischer Geräten reduziert. Für das Personal galt: Privatunterhaltungen waren verboten. Die Türen wurden geschlossen gehalten, Mobiltelefone waren im OP tabu und Gespräche wurden nur geführt, wenn sie etwas mit dem aktuellen Fall zu tun hatten.

Bessere Arbeitsbedingungen für Chirurgen

Ergebnis: „Wir konnten die Lautstärke um die Hälfte verringern. Die Chirurgen fühlten sich in dem ruhigeren Arbeitsumfeld wohler und konnten konzentrierter arbeiten“, berichtet Dr. Engelmann. „Die Komplikationsrate hat sich um die Hälfte reduziert. Es gab beispielsweise weniger Nachblutungen, Infektionen und Nahtinsuffizienzen.“

Auf dem diesjährigen europäischen Kinderchirurgenkongress in Leipzig bekam das MHH-Team von vielen Kollegen positive Rückmeldungen auf die Studienergebnisse. „Offenbar stört der Lärm im OP viele Chirurgen, nur wird das leider zu selten ausgesprochen“, bedauert Dr. Engelmann. Die Forscher fordern bessere Arbeitsbedingungen für Chirurgen. Zufriedenere Operateure bedeuten gleichzeitig mehr Sicherheit für die Patienten.

News

Infektionen als Reisesouvenir
Infektionen als Reisesouvenir

Von Ruhr bis Malaria

Reiserückkehrer bringen nicht nur Eindrücke und Souvenirs aus dem Urlaub mit nach Hause. Manchmal werden bei der Heimkehr nach Deutschland auch Infektionen und Krankheiten eingeschleppt.   mehr

Wenn die Linse zwickt
Junge hält eine Kontaktlinse

Helfen Augentropfen bei Kontaktlinsenproblemen?

Viele Kontaktlinsenträger*innen kennen es: Die Augen sind trocken, gereizt oder man hat ein Fremdkörpergefühl. Manche nutzen dagegen Augentropfen. Doch helfen diese auch wirklich?   mehr

Blutdruck messen - aber richtig!
Blutdruck messen - aber richtig!

Kardinalfehler vermeiden

Den Blutdruck selbst zu messen ist für viele Menschen Routine. Automatische Blutdruckmessgeräte für zuhause sind aber nur vermeintlich leicht zu bedienen – denn einige Regeln müssen auch hier beachtet werden, um verlässliche Werte zu erhalten.   mehr

Konsequentere Zahnvorsorge für Kleinkinder
Konsequentere Zahnvorsorge für Kleinkinder

Nun im U-Heft dokumentiert

Je früher eine Vorsorge beginnt, und je gewissenhafter sie eingehalten wird, desto besser ist ihre Wirkung. Das gilt auch und ganz besonders für die zahnärztliche Vorsorge. Damit die Untersuchungen nicht vergessen werden, werden sie nun im Untersuchungsheft für Kinder integriert.   mehr

Mundgesundheit in der Menopause
Mundgesundheit in der Menopause

Zum Schutz der Zähne

Die Hormonumstellung in den Wechseljahren schlägt nicht nur auf Eierstöcke, Gefäße und die Knochensubstanz. Auch Mund und Zähne leiden und müssen deshalb besonders geschützt werden.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Ratgeber Thema im Februar

Diese Impfungen müssen sein

Diese Impfungen müssen sein

Kindergesundheit im Blick

Impfen ist wichtig: Es schützt Säuglinge und Kleinkinder vor schweren Erkrankungen und deren lebensl ... Zum Ratgeber
Apotheke an der Friedenseiche
Inhaber Nikolaus Wendel
Telefon 040/48 87 78
E-Mail apotheke-friedenseiche@gmx.de